Der Erwerb der Fahrerlaubnis bringt viele junge Menschen an den Rand der finanziellen Belastbarkeit. Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes bestätigt diese Aussage, denn im Jahr 2010 waren noch 85,8 Prozent der 18- bis 24-Jährigen im Besitz einer Fahrerlaubnis, im Jahr 2016 waren es nur noch 81,9 Prozent. 2018 sank die Quote sogar unter die Marke von 80 Prozent (79,2 %).

Die Gründe dafür mögen unterschiedlicher Art sein, aber auch die steigende Kinderarmut und das fehlende Geld in den Haushalten sind ein Grund für diese Tendenz. Wie soll denn da noch Geld übrig sein, um nach der bestandenen Führerscheinprüfung direkt mobil zu sein? Das Auto ist mit Abstand das am häufigsten genutzte Fortbewegungsmittel für den täglichen Weg zur Arbeit. Die Pendler-Statistik des ADAC ergab, dass im Jahr 2020 rund 60 Prozent der Deutschen, etwa 19,6 Millionen Menschen, täglich ihren Wohnsitz verlassen, um zum Arbeitsplatz zu pendeln. Dabei nutzen rund 68 % davon den Pkw (s. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/09/PD21_N054_13.html).

Wie nun bringt man also die oftmals knappen finanziellen Mittel bei Fahranfängern und jungen Erwachsenen und den hohen Bedarf an Mobilität mit einem Pkw zusammen? Manch einer hat vielleicht noch das Glück, dass eine finanziell gut aufgestellte Familie im Hintergrund bereits vorsorglich gespart und den Start ins Erwachsenenleben ermöglicht hat. Gut ein Viertel der Deutschen bis 25 Jahren lebt sogar noch im Elternhaus. Bedeutet aber auf der anderen Seite auch, dass dreiviertel der jungen Erwachsenen bis 25 auf eigenen Beinen steht. Es gibt also viele junge Menschen, die früh lernen müssen, selbstständig zu sein und sich selbst zu versorgen. Nach Beendigung der Schule geht es für gewöhnlich mit einer Berufsausbildung oder mit einem Studium weiter.

Nur die wenigsten haben das Glück, dass der Ausbildungsort oder die Universität bzw. Hochschule im unmittelbaren Umfeld liegt. Das ist meistens nur im urbanen Umfeld der Fall. Der Großteil der Bevölkerung wohnt aber nicht in einer Großstadt. Die einzigen beiden Möglichkeiten sind Umziehen oder Pendeln. Die Mehrheit der Auszubildenden pendelt zum Ausbildungsplatz (ca. 60 %).

Diese Umstände sind längst nicht mehr unbekannt und so hat sich auch der Markt dieser Umstände angenommen. Immer mehr Auto-Abo-Anbieter lockern ihre Geschäftsbedingungen und setzen die Mindestaltersgrenzen herab. Aktuell ist es aber noch eine deutliche Minderheit der Anbieter, zum Beispiel ViveLaCar, finn.auto und Faaren, die aktuell auch damit werben. Der Hauptgrund für das bisherige „Einstiegsalter“, das in der Regel bei 21-23 Jahren liegt, hängt einfach mit der Unfallstatistik zusammen. Die meisten Unfälle werden von 18- bis 25-Jährigen verursacht. So möchte man wenigstens auf etwas gesammelte Fahrerfahrung bei den jungen Fahrern bauen. Natürlich verbaut man sich dadurch auch ein mögliches Potenzial an neuen Abonnenten.

Manche Anbieter wägen hier ab und gehen mit ihren Mindestaltersgrenzen auf die jungen Fahranfänger zu, andere möchten sich lieber absichern und die möglichen Schäden begrenzen. Das hängt oft auch mit der Größe der Anbieter und der Anzahl der vorhandenen Fahrzeuge zusammen. Ein kleinerer Fahrzeugpool verkraftet kurzfristige Ausfälle nicht so einfach, wie einer, der aus mehreren 100.000 Fahrzeugen besteht. Weitere Anbieter, bei denen unter bestimmten Voraussetzungen Fahrzeuge ab 18 abonniert werden können, sind ADAC, Sorglos Günstig Fahren, Volvo, Carship, Mercedes, MeinAuto, Sixt, Buchbinder, BMW und HUK. Zusatzfahrer müssen immer die gleichen Voraussetzungen erfüllen, wie der Hauptbenutzer. Jüngere Fahrer, als durch das Mindestalter vorgegeben, sind bei den wenigsten Anbietern möglich und auch immer mit  Zusatzkosten verbunden.

Die Vorteile eines Auto-Abos für Fahranfänger sind nicht von der Hand zu weisen. Man hat von Anfang an eine transparente Übersicht über alle anfallenden Kosten. Die Kosten sind jeden Monat gleich. Der Abonnent bekommt in der Regel ein neuwertiges, modernes Fahrzeug mit den wichtigsten Sicherheitsstandards. Zudem bekommen 18-Jährige ohne finanzielle Sicherheiten so gut wie nie einen Kredit oder einen Leasingvertrag zu guten Konditionen, selbst wenn sie finanziell gut aufgestellt wären oder von den Eltern unterstützt werden. Dann müsste der Vertrag über die Eltern abgeschlossen werden oder aber die Eltern müssten bürgen. Des Weiteren haben Junge oft noch keinen eigenen Schadenfreiheits-Rabatt in der Versicherung erreicht. In einem Auto-Abo ist praktischerweise bereits eine günstige Versicherung mit Vollkasko inkludiert. Da wird dann von der großen Fahrzeugflotte des Anbieters profitiert. Ein Nachteil dabei ist, dass die Fahrer in der Regel dadurch keine eigene SF-Klasse aufbauen, da diese dann nicht übertragbar ist. Aber wer weiss, ob ein junger Autoabonennt nicht für sein Leben lang ein Abofahrer/in bleiben wird und daher eine eigene Kfz-Versicherung gar nicht mehr relevant werden wird.

Es gibt natürlich auch junge Erwachsene, die schon mit Anfang 20 genug Geld verdienen und für die die Anschaffung eines Fahrzeuges vielleicht kein größeres Problem darstellt. Aber auch für diese Gruppe ist ein Auto-Abonnement als Einstieg sicherlich eine Überlegung wert. Weiter in die Zukunft gedacht, kommt ja irgendwann sicher auch noch das Thema „Autofahren mit 16“ in den Focus. Bisher durften Jugendliche mit 16 Jahren entweder Leichtkrafträder mit bis zu 125 ccm und maximal 15 PS oder aber dreirädrige Fahrzeuge mit mehr als 50 ccm und mehr als 45 km/h Spitze, wie zum Beispiel den Ellenator, fahren. Als Alternative gäbe es noch Leichtfahrzeuge mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 45 km/h mit 4 Rädern, die mit der Führerscheinklasse AM bewegt werden dürfen.

Das Mindestalter für die AM-Klasse wurde im Juli 2021 auf 15 Jahre herabgesetzt (s. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/tests/autotest/autos-fuer-jugendliche/). Vielleicht erweitern Auto-Abo-Anbieter künftig ihr Angebot und öffnen sich für die Jungfahrer, für die ein überdachtes Fahrzeug eine sinnvolle Alternative zum Zweirad darstellt – insbesondere im Herbst und im Winter.

Die Nachfrage nach Auto-Abos kann man künftig mit Spannung und Interesse verfolgen. Wenn man vor der Auswahl steht, sich in jungen Jahren mit mehreren Tausend Euro zu verschulden und sich dabei nicht einmal ein gebrauchtes Fahrzeug mittleren Niveaus leisten kann oder aber ein neuwertiges Fahrzeug zu überschaubaren Kosten zu abonnieren, welches man nach Ablauf einer bestimmten Zeit sogar wieder zurückgeben oder wechseln kann, ist die Wahl aus rationeller Sicht ja eigentlich schon getroffen. Zudem neigen die jüngeren Menschen durch den „Netflix-Gedanken“ häufiger dazu, nichts fest zu erwerben sondern zu abonnieren.

Autor Christoph H.

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Zusammenfassung
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Auto Abo ab 18 Jahren
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Auto Abos passen vom Modell sehr gut zu jungen Menschen, jedoch bieten die Abo-Anbieter ein Abo ab 18 Jahren an ? Wir haben die Anbieter gecheckt und schildern Ihnen die Vor- und Nachteile.
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AutoAbos.de
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